E-Bike – hilfreich bei der Energiewende?

Kürzlich habe ich mir auf der Intersolar Europe 2015 in München die Frage gestellt, ob ein E-Bike für die Energiewende hilfreich ist oder nicht. Mein erster Gedanke dazu war, dass es doch paradox ist, für ein Gefährt, das üblicherweise mit reiner Muskelkraft betrieben wird, Energie zu verbrauchen, und es aber trotzdem einen Beitrag zur Energiewende leisten soll. Die Frage die mich beschäftigt ist nicht ob, sondern welchen Beitrag ein E-Bike zur Energiewende leisten kann. Und wenn es Punkte für die Energiewende gibt, muss es auch Punkte geben, wann ein E-Bike für die Energiewende eher schädlich ist. Deshalb möchte ich diese Fahrräder auf den Prüfstand stellen. Interessant ist noch eine Begriffsdifferenzierung E-Bike/Pedelec. Wobei ich den allgemeinen Sprachgebrauch E-Bike für ein Pedelec wähle.

E-Bike – Allgemeines

  • Der Preis für ein E-Bike liegt zwischen 400 € und 6.800 € für ein Fully Mountainbike. (Stand 17.06.2015 – Quelle: Idealo.de)
  • Ladezeit liegt, je nach Akku zwischen 2 bis 4 Stunden.
  • Reichweite ist abhängig von der Topografie der Wegstrecke und des Grads der Unterstützung durch das E-Bike.
  • In Deutschland wurden im Jahr 2014 480.000 E-Bikes verkauft. (Im Jahr 2009 waren es noch 150.000 Stück) – Quelle: Statista
  • 2014 waren in Deutschland etwa 72 Mio Fahrräder in Gebrauch.
  • Davon über 2 Mio E-Bikes!

E-Bike – Behinderung E-Bikeder Energiewende?

  • Es wird für das Fahrradfahren Energie verbraucht, die eigentlich durch Muskelkraft erzeugt wird. Dadurch steigt der Stromverbrauch.
  • Wird der Strom der für das Aufladen des Akkus benötigt wird durch Atom- oder Kohlekraftwerke bzw. anderen fossilen Energieträgern erzeugt behindert ein E-Bike die Energiewende.

E-Bike – Hilfreich bei der Energiewende?

  • Wird der Strom für die Akkuladungen durch grünen Strom aus erneuerbaren Energien erzeugt, ist dies positiv.
  • Steig jemand statt in sein Auto auf sein E-Bike und spart dadurch Primärenergie ein, trägt dies zur Energiewende bei.
  • Forschung in der Akkutechnik kann betrieben werde. Vielleicht ist dies die Basis die benötigt wird, um kleinere Akkus mit größerer Leistung zu entwickeln.
  • Vielleicht sind E-Bikes auch die Grundlage für die Automobilindustrie, die mit (bezahlbaren) Elektrofahrzeugen nachzieht.

FAZIT

Bei der Gesamtzahl aller in Deutschland vorhandenen Fahrräder sind erst 3% mit elektrischer Unterstützung. Die Argumente, die für, bzw. gegen eine Unterstützung der Energiewende in Deutschland sprechen, sind eher positiv zu bewerten. Es gibt noch großes Potential, das genutzt werden kann um die Energiewende positiv zu gestalten. Auch die Einstiegspreise für ein E-Bike sind überschaubar. Sicher müssen bei den günstigen Rädern Abstriche in der Qualität gemacht werden, aber es ist für jeden möglich, seinen Beitrag zur Energiewende zu leisten.

Comments 2

  1. Interessant das in dem Kontext der Energiewende zu sehen. Ich denke man kann das durchaus zusammen betrachten. Jedoch bin ich der Meinung, dass das nur Sinn ergibt, wenn man auch auf die Energieproduktion achtet. Ein Ebike bringt nicht viel, wenn man dann mit Strom aus Kohlekraftwerken unterwegs ist. Deswegen muss man beides zusammen denken. Den Wechsel des Stromanbieters vollziehen. Ich bin jetzt kürzlich zu Naturstrom gewechselt, um dort auch den Schritt für mich zu machen. So kann man dann auch das Ebike mit gutem Gewissen als Beitrag zur Energiewende nutzen =)

    1. Post
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      Hallo Angelina,

      genau so sehe ich es auch. Ein E-Bike trägt vielleicht auch ein Stück zur Batterieentwicklung bei. Vielleicht fährt ja der eine oder andere Autofahrer eine Strecke mit dem E-Bike, die er normalerweise mit dem Auto zurückgelegt hätte. In solch einem Fall trägt das E-Bike zur Energiewende bei.

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