Füllfeder_mit_text

Bei meiner Recherche um bessere Artikel schreiben zu können, bin ich auf kontroverse Diskussionen gestoßen, die sich um die Länge eines Artikels drehen. Auf der einen Seite habe ich den Affenblog von Vladislav Melnik entdeckt, der brennender Verfechter von mindestens 1.000 Wörtern je Blogpost ist. Auf der anderen Seite steht beispielsweise das Bloggerabc, den Daniela Sprung betreibt. Sie ist der Ansicht, dass erfolgreiche Blogposts auch mit weit weniger Worten auskommen. Aber was stimmt denn nun? Gibt es nur schwarz oder weiß? Ich sage – es kommt drauf an!

Vor allem kommt es auf den Inhalt an. „Content is King“ ist hier das Stichwort.

Artikel schreiben mit relevantem Inhalt und Leidenschaft = Mehrwert für den Leser

Es gibt viele Blogs im deutschsprachigen Raum, aber nur wenig wirklich gute, die zum weiterlesen animieren und schlussendlich den Besucher die Informationen liefern die er sucht. Dabei sind andere Faktoren wie z.B. die Lesbarkeit der Texte, Design oder Aktualität noch gar nicht beachtet. Ob ein Artikel 1.000 Wörter braucht? Bisher hatten meine Artikel zwischen 300 und 500 Wörtern. Hiermit wage ich ein Experiment und schreibe diesen Artikel mit 1.000 Wörtern. Ich habe noch keine Erfahrung damit und versuche es einfach.

Laut einer Untersuchung des Online-Portals Medium liegt die optimale mittlere Lesedauer bei 7 Minuten. Der durchschnittliche Leser schafft 200 bis 240 Wörter pro Minute. Gute Leser sogar 400 Wörter pro Minute. Das Textverständnis schwankt dabei zwischen 50% bis 70% (durchschnittlicher Leser) und 70 bis 80% (guter Leser). Bei einer angenommenen Lesegeschwindigkeit von 220 Wörtern und einer Lesedauer von oben genannten 7 Minuten beträgt die Artikellänge 1.540 Wörter.

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Bei Onlinemarketing.de wird sogar berichtet, dass die Sites mit dem besten Ranking sogar 2.400 bis 2.500 Wörter vorweisen. Dies würde bedeuten, dass sogar eine Lesezeit von 11 Minuten pro Artikel noch im Rahmen liegt. Voraussetzung ist, wie oben bereits erwähnt, dass der Artikel mit Inhalt und nicht nur mit BlaBla gefüllt ist.

Recherchen von CoSchedule findet ihr hier. Diese haben ergeben, dass bei den Suchergebnissen die Plätze 1 bis 5 im Durchschnitt über 2.000 Wörter aufweisen, die Plätze 6 bis 10 dagegen nur noch 1.400 Wörter.
Artikel schreiben

Buffer und SumAll haben eine witzige Grafik erstellt, die optimale Buchstabenlängen für verschiedene Social-Media-Inhalte beschreibt. Für Blogartikel werden 1.600 Wörter als optimal angesehen.

Selbst 1.000 Wörter sind eine ganze Menge. Sie bieten aber auch Raum für detaillierte Artikel, wenn ihr die Recherche nicht scheut um qualitativ hochwertige Texte zu schreiben. Und genau darum geht es. Inhaltlich und optisch ansprechende Artikel schreiben, die euren Lesern den Mehrwert bieten, den andere Blogger mit 300 bis 500 Wörtern pro Artikel nicht bieten können. Ergreift die Chance und macht aus euren Besuchern wiederkehrende Leser, eure Tribes!

Es geht nicht darum lange Texte für Suchmaschinen zu schreiben. Wenn ihr Artikel schreiben wollt, dann tut dies bitte für Menschen! Sorgt für Spannung im Text, bietet Mehrwert. Dafür braucht ihr die 1.000 Wörter. Nicht in erster Linie für Google!

Da ich meinen Blog erfolgreicher machen will, versuche ich es ab jetzt mit dieser Strategie. Ich bin auf die Wirkung gespannt.

Ein weiterer Vorteil längerer Artikel ist die Recherche die ihr betreiben müsst. Im Zuge dieser Recherche werdet ihr garantiert zu neuen Themen inspiriert und animiert. Allein bei der Recherche zum 1.000 Wörter Artikel, konnte ich viel lernen und mir neue Themenfelder erarbeiten, die sich für weitere Blogartikel eignen. Schreibt euch diese Ideen auf, damit sie 2 Absätze weiter gedanklich nicht wieder verloren sind! Des weiteren wurde mir aber auch bewusst, was ich noch alles zu lernen und zu beachten habe, damit nicht nur die Artikel einen hohen Grad an Qualität erreichen, sondern diese auch noch in einer akzeptablen Zeit erstellt werden können.

Qualität hat viel mit der Wörterzahl zu tun

Hochwertigen Content, der Mehrwert für eure Tribes liefert, Probleme löst, der eine Geschichte erzählt die eure Leser, Abonnenten und Fans begeistert, ist nicht mit 140 Zeichen bei Twitter machbar! Das hat mit Platz für Inhalt einräumen und in die Tiefe gehen zu tun.

Die Länge eines Textes ist auch bei Google ein Rankingfaktor. Selbstverständlich nur einer von vielen, aber warum wollt ihr diesen Faktor „verschenken“, wenn ihr obendrein noch deutlich besseren Inhalt anbieten könnt, der euch von der Masse der Blogger heraushebt?

Sind Blogs mit mindestens 1.000 Wörtern tatsächlich erfolgreicher als andere?

Es gibt einige deutsche Blogger, die genau damit erfolgreich sind. Dazu gehören unter anderen der Affenblog von Vladislav Melnik, Schreibsuchti von Walter Epp, BlogToBusiness von Jakob Schweighofer und noch viele weitere.

Vielleicht liegt es wirklich an der Länge der Texte, ob ein Blog erfolgreich ist oder nicht. Ich hoffe, diese Frage positiv beantworten zu können. Möglicherweise ist es aber auch die Art und Weise, wie diese Autoren es schaffen, ihre Leser zu begeistern.

Welche Vorteile bringt es nun, 1.000 Wörter in einen Artikel zu schreiben?

  • Erfolgreiche Artikel haben mehr als 1.000 Worte – viele sogar mehr als 2.000
  • 1.000 Wörter ermöglichen Artikel, die nicht nur oberflächlichen Inhalt bieten
  • Suchmaschinen lieben längere Texte mit gutem Inhalt
  • Durch die notwendige Recherchearbeit entstehen automatisch neue Ideen für Artikel, oder eine erweiterte Sichtweise auf das Thema

Aber bitte! Es bringt nichts, wenn nach 700 bis 800 Wörtern zu einem Thema alles gesagt ist, zwanghaft Fülltext zu produzieren. Spart euch diese Zeit lieber für produktivere Tätigkeiten wie die Pflege eures Swipe Files oder lest ein Buch und sammelt neue Ideen! Frei nach der 80/20 Regel würdet ihr für die restlichen 200 Wörter 80% der Gesamtzeit eures Artikels investieren müssen, während ihr die ersten 800 Wörter in nur 20% der Gesamtzeit geschrieben habt. Seit in einem solchen Fall zufrieden mit dem was ihr geschaffen habt.

Gibt es auch Nachteile bei langen Artikeln? Ja die gibt es!

  • Deutlich mehr Zeitaufwand für Recherche
  • Die „Schreibzeit“ verlängert sich um ein vielfaches
  • Gefahr von Fülltext und somit Langeweile

FAZIT

Ich bin gespannt, wie sich mein erster „1.000 Wörter-Artikel“ im Vergleich zu meinen bisher veröffentlichten Artikeln so schlägt. Es war nicht einfach, um nicht zu sagen schwer, die Anzahl der Wörter zu erreichen, ohne in das vielgerühmte Blabla zu verfallen. Ich glaube allerdings, dass die Anzahl der Wörter auch eine Spur Themenabhängig ist. Eine Produktbeschreibung für eine Seife kommt bestimmt mit weniger Wörtern aus, als eine Anleitung zum „Gute Artikel schreiben“, bei der viel Hintergrundwissen vermittelt werden soll. Ob mir dies gelungen ist? Ich frage einfach euch! Wie hat euch der Artikel gefallen, bzw. was könnte ich noch besser machen?

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4 comments untill now

  1. Hallo Rainer,

    guter Artikel. Ich finde die Länge wird sowohl durch das Thema und die inhaltlische Qualität welche man abliefern möchte bestimmmt.
    Besonders bei ewtas komplexeren Themen machen weitere Ausführungen m. E. Sinn, da man so die Möglichkeit hat nötige Aspekte zu erläutern und/oder zu erklären.

    Meine Artikel sind meist 800-1250 Worte lang. Wobei sich dies so ergeben hat.

    Wie kam dein erster 1000er denn statistisch an?

  2. Hallo Stefan,

    vielen Dank für dein Interesse an meinem Blog. Noch habe ich nicht viele „1000er“ geschrieben. Persönlich finde ich es nicht ganz einfach, aber es zwingt mich dazu, das Thema ordentlich zu recherchieren und viele Aspekte eines Themas zu betrachten. Ob der Artikel dann 1000 Wörter braucht, oder ob er auch mit 900 auskommt, spielt dann letztlich keine Rolle.

    Ich habe mich erst vor kurzem Entschieden, das Thema „erfolgreiche Blogs schreiben“ intensiver zu bearbeiten. Davor war es eher ein buntes Sammelsurium an Themen. Deshalb bin ich noch im Aufbau meiner Leserschaft. Somit ist mein erster 1000er statistisch noch nicht aussagekräftig. Allerdings denke ich, dass bei mehreren guten Artikeln die Leserschaft kontinuierlich steigt. Und dann haben die Statistiken mehr Aussagekraft.

    Entschuldige übrigens die späte Antwort, aber dein Kommentar ist leider in den Spamfilter gewandert. Ich denke der ist zu streng eingestellt. Werde das gleich ändern.

    Viele Grüße
    Rainer

  3. Hey Rainer,

    Bevor ich lange rumerkläre, einfach eine kleine Geschichte, die meinen Punkt verdeutlicht: Ein Alienraumschiff landet auf der Erde und die Aliens erstellen eine statistische Auswertung der menschenlichen Körper. Dabei kommt heraus: der Mensch hat zwei Augen, eine Nase und einen halben Penis. Auf Grundlage dieser Informationen versuchen sie dann, einen Menschen nachzubauen 😀
    Die Moral von der Geschichte: Auf Durchschnittswerte, aus inhomogenen Stichproben zu gucken ist keine gute Wissenschaft.

    Dein Artikel ist aber trotzdem sehr gut und informativ. Dass längere Artikel besser sind, scheint eindeutig zu sein. Wie lange ein Artikel über SEO, Ernährung oder Sport nun genau sein sollte, kann man meiner Meinung nach aber nicht auf Grundlage dieser Durchschnittswerte ermitteln.

    Viele Grüße und ein schönes Wochenende,
    Jan

  4. Hallo Jan,

    vielen Dank für dein Lob und deine kritischen Worte. Deine Kritik ist aus wissenschaftlicher Sicht möglicherweise berechtigt. Der Artikel wurde aber nicht aus wissenschaftlicher Sicht geschrieben, sondern spiegelt gewisse Erfahrungswerte wieder. Zudem soll er hauptsächlich verdeutlichen, dass längere Artikel – wenn gut recherchiert – nicht nur an der Oberfläche kratzen, sondern bessere Detailinformationen liefern, die dem Leser einen Mehrwert bieten. Ich hoffe mein Artikel konnte dir einen Mehrwert bieten!
    Solltest du eine wissenschaftlich fundierte Stichprobe besitzen und mir diese zur Verfügung stellen wollen, dann arbeite ich diese gern in den Artikel ein.

    Ich wünsche dir ebenso ein schönes Wochenende.
    Rainer

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