unsere Photovoltaikanlage

Bei der Planung unseres Neubaues haben wir uns entschlossen, unsere Photovoltaikanlage zu installieren. Es gab verschiedene Gründe, warum wir uns gegen eine Solaranlage und für die Produktion von Strom entschieden haben. Für den Betrieb unserer Wärmepumpe brauchen wir vornehmlich Strom. Eine Wassertemperatur von ca. 50°C ist für alle haushaltsüblichen Tätigkeiten wie Abwasch, duschen, baden und Händewaschen mehr als ausreichend. Alles was darüber hinausgeht ist in unseren Augen überflüssig. Mit einer Solaranlage hätten wir dann am meisten heißes Wasser, wenn wir es am wenigsten brauchen, nämlich im Sommer. Ich möchte damit nicht sagen, dass eine Solaranlage zur Wassererwärmung Unsinn ist, überhaupt nicht! Aber wenn die Entscheidung für eine Solaranlage fällt, dann sollte in meinen Augen das ganz System um diese Anlage herum aufgebaut werden. Dazu gehört beispielsweise ein sehr großer Wassertank, der die so gebundene Energie lange Zeit speichern kann, z.B. über den Winter. Da so ein Tank dann aber leicht 10.000 Liter fasst und entsprechend groß ist, war dies für unsere Doppelhaushälfte keine Option.

Unsere Photovoltaikanlage – Das System und die Optimierung

Wir haben uns also für eine Photovoltaikanlage (PV) entschieden. Unser Dach ist zwar nicht optimal, da wir eine große Unterbrechnung in der Dachfläche haben, trotzdem konnten wir für unsere Photovoltaikanlage aber 23 Module à 290 Watt installieren. 17 Module mit einem Winkel von 45° und 6 Module mit einem Winkel von 16°. Die Module sind von LG, die auch rückseitendotiert sind, und somit auch Streulicht etwas besser ausnutzen. Schwieriger war die Suche nach einem geeigneten Wechselrichter. Unsere Wahl fiel auf den Sunny Tripower 7000TL-21 von SMA. Ergänzt wird das System von einem Energiemanager, der den Eigenverbrauchsanteil optimieren soll. Da wir nur noch 0,1407 Euro für die kWh gelieferte Energie bekommen, ist es für uns sinnvoller, möglichst viel Energie selbst zu verbrauchen. Das soll natürlich nicht dazu führen, dass Geräte eingeschaltet werden, die aktuell gar nicht benötigt werden, nur um Energie zu vernichten. Bei dem Energiemanager handelt es sich um den Powerdog® L von Eco-Data, eine sehr gute Ergänzung für unsere Photovoltaikanlage. Wir haben uns für dieses Gerät entschieden, da es äußerst flexibel ist, optisch ansprechend und leicht zu bedienen. Zudem sind sehr viele Ertrags- sowie Sensordaten online abrufbar. Für unsere Anlage ist die hier zu finden.
Hausgeräte lassen sich individuell ansteuern. Die funktioniert mittels ansteuerbaren Funksteckdosen der Firma Plugwise. Man schließt beispielsweise die Waschmaschine an eine solche Steckdose an. Die Steckdose kommuniziert mittels eines Sticks, der im Powerdog steckt, mit dem Energiemanager. Nun programmiert man die Steckdose für die Waschmaschine mit folgenden Daten: Bei welcher produzierten Leistung soll die Steckdose für die Waschmaschine angeschalten werden. Wie lange muss diese Leistung anliegen? Es soll ja schließlich nicht bei einer kurzen Spitze sofort losgewaschen werden und kurz darauf muss dann für den restlichen Waschgang Strom vom Energieversorger gekauft werden. Wie lange ist das längste Waschprogramm? Wann soll die Waschmaschine spätestens einschalten? Schließlich muss ja auch gewaschen werden, selbst wenn mal keine Sonne scheint und unsere Photovoltaikanlage keinen Strom produziert. Das bedeutet nun, dass z.B. morgens die Waschmaschine beladen wird. Sind im laufe des Tages alle vorprogrammierten Bedingungen erfüllt, startet das Waschprogramm. Ist es einmal gestartet, schaltet die Steckdose selbstverständlich nicht mehr ab, selbst wenn die PV-Anlage die Voreingestellte Leistung im Laufe des Waschgangs unterschreitet!
Geräte die sich für die Programmierung eignen, sind die Waschmaschine, der Trockner und der Geschirrspüler. Wenn von euch noch jemand andere Geräte auf ähnliche Weise ansteuert, freue ich mich auf jede Anregung!
Aktuell komme ich durch diesen Einspeisemanager auf einen Eigenverbrauch von etwa 20 bis 25%. Das System hat aber einen weiteren Vorteil bei der Überwachung. Der Powerdog zeichnet alle Aktivitäten der im Netzwerk integrierten Steckdosen auf. Das bedeutet, dass z.B. der Jahresstromverbrauch eines Gefrierschrank / einer Gefriertruhe exakt zu ermitteln ist. Daraus lassen sich dann Rückschlüsse ziehen, wo im Haushalt noch Optimierungspotential besteht, oder wann vielleicht ein Gerät durch ein moderneres mit niedrigerem Stromverbrauch ausgetauscht werden soll. Wir werden auch zukünftig versuchen den Energiebedarf so gering wie möglich zu halten. In verschiedenen Städten, z.B. Bamberg, kann man sich zur Ermittlung des Stromverbrauchs auch ein Set Plugwise Steckdosen ausleihen. Den Artikel dazu finden Sie hier.

Fazit

Der Eigenverbrauch von 20-25% ist für unsere Photovoltaikanlage noch nicht das Gelbe vom Ei. Eine Steigerung lässt sich aber nur durch Speicherlösungen realisieren. Dazu müssen wir aber erst noch ein oder zwei Jahre Daten sammeln, um den Speicher in der richtigen Größe auszuwählen. Mal schauen was sich bis dahin tut. Ende des Jahres werde ich eine kurze Zwischenbilanz ziehen. Allerdings geht meine persönliche Abrechnungsperiode von Mai bis Mai – unserem Einzugsmonat.

Unsere Statistik zur Photovoltaikanlage findet ihr hier:
2015
2014

Comments 3

  1. Pingback: Eigenverbrauch 2014 - Übersicht - Rainers Blog

  2. Pingback: Fehler 0x00000709 - Standarddrucker - Rainers Blog

  3. Pingback: Energieeffizienter Neubau - Rainers Blog

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.